A+ A
Freitag, 30. Juli 2010
Drucken Weiterleiten Bookmark

Blick über Lichtenberg

Heinrich Zille, Zeichnungen

Gebäude in der Victoriastadt

Berlins Milljöh

Bis ca. 1870 markierten einzelne märkische Dörfer das heutige Lichtenberger Stadtgebiet. Die Industrielle Revolution verursacht einen rasanten Zuwachs der Berliner Bevölkerung – 1871 wird Berlin Hauptstadt des Deutschen Reiches, 1877 leben erstmals eine Million, im Jahr 1900 fast doppelt so viele Menschen in der Stadt. Lichtenberg wächst mit, bekommt 1907 das Stadtrecht verliehen und wird 1920 zum Berliner Großbezirk.

Viele Einwohner sind mehr schlecht als recht in eilends geschaffenen Wohnquartieren und Mietskasernen untergebracht. Dieses Berliner „Milljöh“ war Thema des Malers und Grafikers Heinrich Zille. Er zeichnete Szenen aus der sozialen Unterschicht, zeigte das tägliche Leben in Berliner Mietskasernen sowie die feuchten und dunklen Hinterhöfe der Stadt. Zille fand seine Motive auf der Straße. Er beschrieb das reale Leben, in der selbst die Kinder arbeiten mussten, das Elend und die unverwüstliche Berliner Schnauze. Erste Zeichnungen stellte er um die Jahrhundertwende aus, Zeitschriften wie der „Simplicissimus“ veröffentlichten seine Werke und 1913 erschien sein Bildband “Mein Milljöh“. Seine Zeichnungen waren damals schon populär – und begeistern noch heute.

Weitere Informationen zu seiner Biografie erhalten Sie hier:

www.zille-heinrich.de