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Freitag, 30. Juli 2010
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Karlowka, historische Ansicht

Karlowka - die verbotene Stadt

Vom Wohnviertel zum Militärquartier: Am 3. Mai 1945 gibt die sowjetische Besatzungsmacht den Befehl zur Räumung ganzer Straßenzüge in Karlshorst, einem beschaulichen Ortsteil von Lichtenberg. Innerhalb von 24 Stunden müssen 8.000 Einwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen.

Was in Windeseile von Straßen, S-Bahngleisen und Schlagbäumen umschlossen wurde, war das größte innerstädtische Sperrgebiet im Osten Deutschlands, von russischen Soldaten nach einer gleichnamigen ukrainischen Stadt "Karlowka" genannt. Nur mit Ausweis, einem "Propusk", gelangten die wenigen deutschen Angestellten in das Innerste.

Weihnachten 1949 gibt die Rote Armee die gesamte Westhälfte und Teile des Ostens des gesperrten Gebietes frei, bis im Mai 1963 auch der Rest der Absperrungen aufgehoben wird. Doch trotz der Freigabe gingen ganze Straßenzüge nicht an ihre früheren Bewohner zurück, sondern blieben Botschaften oder Geheimdiensten vorbehalten. Mit dem Abzug der russischen Truppen 1994 fällt auch der kleine "innere Kreis", dessen Rudimente noch heute an ein bizarres Kapitel aus Lichtenbergs Zeitgeschichte erinnern.  

Dieser Text basiert auf einem Artikel des „Kiez.Magazins“, den Sie hier in voller Länge lesen können. Weitere Informationen zur Karlowka erhalten Sie auf Anfrage unter: info@kiezmagazin.com