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Donnerstag, 9. September 2010
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Heinrich Zille

Heinrich Zille, Fotoporträt, Zille-Ausstellung 2008, Museum Lichtenberg

(1858-1929), Karikaturist, Maler und Fotograf

Heinrich Zille wurde in Radeburg bei Dresden geboren. Im Jahr 1868 flüchtete die Familie vor den Schuldeneintreibern nach Berlin. Zunächst wohnten sie in einer Kellerwohnung nahe dem Schlesischen Bahnhof (jetzt Ostbahnhof). Aus einer Erbschaft konnten sie sich 1873 ein eigenes bescheidenes Haus in der Fischerstrasse 8 in Rummelsburg kaufen.

Von 1877 bis 1907 arbeitete Zille bei der "Photographischen Gesellschaft Berlin". 1883 heiratete er Hulda Frieske. Die junge Familie lebte bis 1892 in Rummelsburg, zunächst in einer Kellerwohnung in der Lückstr. 38. Dort wurde auch die Tochter Margarete geboren. Sohn Hans kam 1888 in der Pfarrstr. 134 auf die Welt und Sohn Walter 1891 in der Nöldnerstr. 4. Der letzte Wohnort war in der jetzigen Geusenstr. 16.

1892 zog die Familie nach Charlottenburg. Berühmt wurde Heinrich Zille durch seine sozialkritischen Zeichnungen und Karikaturen. „Pinselheinrich“ zeichnete Szenen aus der proletarischen Unterschicht, fand sein „Milljöh“ in den Hinterhöfen, Seitengassen und Kaschemmen. Im Jahr 1924 wurde er zum Professor ernannt, zum Mitglied der Akademie der Künste berufen und an seinem 70. Geburtstag hochgeehrt gefeiert. Er starb am 9. August 1929 und erhielt ein Berliner Ehrenbegräbnis auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Ein Gedenkstein zu Erinnerung an Heinrich Zille wurde in den Gehweg vor dem Grundstück seines Elternhauses gelegt.

Literatur: Günter Möschner "Auf den Spuren Heinrich Zilles in Berlin-Lichtenberg".

Text: Monika Mews, Robert-Uhrig-Str. 26, 10315 Berlin, Tel. (030) 529 43 86, mews@laufend-neues.dewww.laufend-neues.de.