Chronik

Bis etwa 1250: Gründung der Orte Hohenschönhausen, Malchow, Wartenberg und Falkenberg im Zuge der Christianisierung

1265: Die urkundliche Erwähnung von Pfarrer „Ludwig zu Rosenfelde“ ist der erste historische Nachweis von Rosenfelde, ab 1699 Friedrichsfelde

1270: erste urkundliche Erwähnung von Wartenberg, 1344 von Malchow, 1349 von Falkenberg und 1352 von Hohenschönhausen

1288: Erste urkundliche Erwähnung von Lichtenberg in einem Grenzvertrag

1480-1736: Die Adelsfamilie von  Röbel ist Eigentümer des Guts in Hohenschönhausen.

1618-1648: Der Dreißigjährige Krieg bringt Plünderungen, Zerstörungen, Einquartierungen, Krankheiten (Pest), Bevölkerungsschwund und wirtschaftlichen Niedergang.

um 1680: Erweiterung und Neugestaltung des Gutshauses in Hohenschönhausen

1684-1705: Paul von Fuchs, Minister unter Friedrich I., erwirbt Gut Malchow. Neubau von Herrenhaus mit Wirtschaftstrakt und Kirche.

1783: Vier Doppelhäuser für acht Büdnerfamilien an der heutigen Lückstraße bilden den „Lichtenberger Kietz“ auf dem schon 1571 als „Kietzer Lacken“ bezeichneten Flurstück.

1791-1796: Marie Elisabeth von Humboldt, die Mutter der Gelehrtenbrüder Alexander und Wilhelm von Humboldt, erwirbt Gut Falkenberg und lässt die Kirche umbauen.

 

1817-1872: Friedrich und Georg Scharnweber, beide bedeutende Staats- bzw. Kommunalpolitiker, sind Gutsherren in Hohenschönhausen.

1872-1875: Erste Anwendung von Gussbeton als fabrikmäßigem Standard bei der Gründung der „Colonie Victoriastadt“. Etwa 60 Häuser werden ohne Stein und Kalk in gegossenen Zementblöcken mit Schlackebeimischungen errichtet.

1875: Beginn des Baus von Riesenfeldern nach Kauf des Rittergutes Falkenberg durch die Stadt Berlin, bis 1972 prägen sie das Landschaftsbild.

1892: Beginn der Parzellierung des Gutslandes in Hohenschönhausen. Start für industrielle Entwicklung Hohenschönhausens mit dem Bau eines Brauhauses

1893: Beginn einer Villenkolonie südlich des Orankesees und damit auch der Bebauung der Berliner Straße (heutige Konrad-Wolf-Straße)

1894: Eröffnung der Pferderennbahn in Karlshorst

1895: Gründung der Villenkolonie Carlshorst (1901 wird von Amts wegen die Schreibweise „Karlshorst“ festgelegt.)

1898: Das neugotische Backstein-Rathaus Lichtenberg wird nach zweijähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben

1903: Magerviehhof Friedrichsfelde eröffnet

15. Oktober 1907: Der Gemeinde Lichtenberg mit 67.978 Einwohnern wird das Stadtrecht verliehen, erster Bürgermeister ist Oskar Ziethen.

1910-1929: Paul Schmidt, Erfinder der Trockenbatterie und der Taschenlampe, bewohnt das ehemalige Gutshaus Hohenschönhausen.

1911: Grundsteinlegung für das städtische Hubertus-Krankenhaus, 1914 Fertigstellung, 1932 Umbenennung in „Oskar-Ziethen-Krankenhaus“

1920: Eingemeindung der Dörfer Hohenschönhausen, Malchow, Wartenberg und Falkenberg in die neue Stadtgemeinde Berlin

1933: Fertigstellung des Mies-van-der-Rohe-Hauses in der Oberseestraße 60

1932-1939: Bau von vorstädtischen Kleinsiedlungen wie Margaretenhöhe, Weiße Taube, Biesterfelder Straße und Niles-Siedlung

1939-1945: Von 47.000 Gebäuden im Alt-Bezirk Lichtenberg werden im Zweiten Weltkrieg 23.000 zerstört bzw. stark beschädigt.

1940: Beginn des Einsatzes von Zwangs- und Fremdarbeitern in Betrieben Hohenschönhausens

1943: Erste Bombenangriffe britischer Bomber auf die Gartenstadt Hohenschönhausen

21. April 1945: Die Kirchen in Malchow, Wartenberg und Falkenberg werden von deutschem Militär gesprengt, am selben Tag besetzen Truppen der Roten Armee die Dörfer.
1945: Im Offizierskasino der ehemaligen Festungspionierschule in Karlshorst wird am 8. Mai die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Einen Tag später: Gründung der Sowjetischen Militäradministration (SMAD). Karlshorst wird zur „geschlossenen Stadt". Vom 24. April bis zu seinem Unfalltod am 16. Juni war Nikolai E. Bersarin (1904-1945) Stadtkommandant Berlins. Sitz der Kommandantur war zeitweise Friedrichsfelde.

Mai 1945: Einrichtung des Speziallagers Nr. 3 in der Genslerstraße, zunächst zur Internierung von Kriegsverbrechern, dann auch für politische Oppositionelle

November 1945: Einrichtung eines militärischen Sperrbezirks an Obersee und Orankesee

1946: Das Speziallager wird Untersuchungsgefängnis des UdSSR-Innenministeriums, ab 1951 Haftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (bis 1989).

1953: Gründung der „LPG 1. Mai" in Wartenberg, später Vorzeigebetrieb für SED-Agrarpolitik

2. Juli 1955: Auf dem Gelände des Schlossparks Friedrichsfelde wird mit einem Bestand von 400 Tieren der Tierpark eröffnet. Ernennung von Heinrich Dathe (1910) zum Direktor.

1970-1982: Auf Garten- und Brachland entsteht die Großsiedlung Fennpfuhl.

ab 1975: Aufbau der Wohngebiete I und II in der Umgebung der Landsberger Chaussee und der Hauptstraße, an der Degnerstraße und an der Rhinstraße in Hohenschönhausen

1978-1982: Umgestaltung des Fern- und S-Bahnhofes Lichtenberg, eines der größten Bahnhöfe Berlins. Er wurde 1881 unter den Namen Lichtenberg-Friedrichsfelde eröffnet.

1983/1984: Baustart für Hohenschönhausen-Nord und Neubaugebiet an der Barther Straße

1. September 1985: Gründung des Stadtbezirks Berlin-Hohenschönhausen

1994: Mit der Karlshorster Garnison übergibt der Oberkommandierende der GUS-Armee den letzten Militärkomplex der aus Deutschland abziehenden GUS-Truppen.

1. Januar 2001: Fusion der Bezirke Hohenschönhausen und Lichtenberg. Seit 1. Juni 2002 heißt der Bezirk „Lichtenberg“. In Falkenberg eröffnet das modernste Tierheim Europas.

2005: Karlshorst feiert sein 110-jähriges Bestehen. Die Amalien-Orgel, älteste Berlins, wird 250 Jahre.

Juni 2007/2008: Deutsch Russische Festtage auf der Trabrennbahn Karlshorst sind Publikumsmagnet.

Quelle: KIEZ.Magazin, Lichtenberg / Hohenschönhausen 2008/09, S.55f.

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