Lichtenberg macht erfinderisch! Davon zeugen noch heute die hier erhaltenen Industriedenkmäler. Eines davon gehört zum damals größten Bremsenhersteller in Europa – der Knorr-Bremse AG.
1905 gründet der Ingenieur Georg Knorr in Boxhagen-Rummelsburg die Knorr-Bremse GmbH. Seine Erfindung - die Druckluftbremse K1 für Eisenbahnen – bewirkte den Aufstieg des Unternehmens zum größten europäischen Bremsenhersteller für Schienenfahrzeuge.
1922 revolutioniert die Firma auch die Straße: Sie entwickelt Druckluftbremsen für Nutzfahrzeuge, die alle Räder gleichzeitig zum Stillstand brachten und den Bremsweg erheblich verkürzten. In den 1930er Jahren sind fast alle deutschen Lastkraftwagen mit Bremsanlagen der Firma Knorr ausgerüstet - die Knorr-Bremse AG steigt zu Europas größtem Bremsenlieferanten auf.
Das Hauptwerk der Knorr-Bremse AG entsteht zwischen 1922 und 1927 am Ostkreuz in der Hirschberger Straße 4 und steht heute unter Denkmalschutz. Architekt ist Alfred Grenander. Die sowjetische Besatzungsmacht enteignet nach dem Zweiten Weltkrieg die Erben der Familie Knorr im Osten Berlins - die Firma wird zur Sowjetischen Aktiengesellschaft und der Betrieb zum "VEB Berliner Bremsenwerk".
Nach der Wende gründet sich aus dem Berliner Bremsenwerk und der Münchner Knorr-Bremse AG eines der ersten deutsch-deutschen Gemeinschaftsunternehmen und die historischen Produktionsstandorte werden aufgegeben.