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Freitag, 30. Juli 2010
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Splanemann-Siedlung

Splanemann-Siedlung

Innenhof

Splanemann-Siedlung

In Berlin-Lichtenberg entstehen 1926/27 in der heutigen Splanemann- und Friedenhorster Straße die ersten Gebäude in Großplattenbauweise in Deutschland.  Der Architekt und Stadtplaner Martin Wagner ist Berliner Stadtbaurat und regt an, den Wohnungsbau zu straffen und rationeller, schneller und kostengünstiger zu bauen. Er selbst stellt den Entwurf für die später so genannte Splanemann-Siedlung her, die Architekten Goettel und Primke setzen ihn um. Bauherr ist die „Gemeinnützige Reichsbundkriegersiedlung GmbH“, die billige und hygienische Kleinwohnungen für Kriegsteilnehmer und Hinterbliebene errichten will.

Die 7,5 mal 3 Meter großen Platten für die Gebäude werden zu dieser Zeit noch vor Ort gegossen. Nachdem sie zehn Tage an der frischen Luft ausgehärtet sind, werden die zirka 7 Tonnen schweren, mehrschaligen Betonplatten mit Hilfe eines Kranes ausgerichtet und montiert. Keller, Dach, Schornsteine und die Geschoßdecken des Hauses müssen die Arbeiter jedoch noch in konventioneller Bauweise „Stein auf Stein“ setzen.

Die Wohnungen werden mit Bad und WC, einer Kammer, Balkon oder Loggia ausgestattet. Beheizt werden die Wohnungen durch Kachelöfen. Die Häuser haben kleine Vorgärten und hinter den Häusern liegende Mietergärten. 1930 ist die Splanemann-Siedlung fertig gestellt und hat acht zwei- und dreigeschossige Häuserzeilen mit 138 Wohneinheiten. Sie ist im Stil der Moderne der 20er und 30er Jahre errichtet. Im 2. Weltkrieg wird eine Hauszeile mit 20 Wohnungen zerstört. Die verbliebenen Häuserzeilen blieben nahezu unverändert erhalten.

Dieses erste Experiment der Plattenbauweise erfüllte nicht die Erwartungen. Die Betonplatten waren zu schwer, der Kran war zu unbeweglich und die Seriengröße war bei dieser Siedlung zu klein. Die Kritik am industriellen Bauen setzte ein, nicht zuletzt, weil die Gleichheit der Häuser als "unerträglich" empfunden wurde.

So bleibt die Splanemann - Siedlung ein Unikat im Bemühen des Wohnungsbaus mit sozialen Zielstellungen. Erst Mitte der 50er Jahre wurde mit der vollständigen Industrialisierung des Wohnungsbaus der Siegeszug der "Platte" geebnet.