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Freitag, 30. Juli 2010
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Baudenkmal Schlackebetonhaus

Schlackebetonhaus, ehem. Federnschmiede

Information

Colonie Victoriastadt

1871 erwerben die Brüder Albert und Anton Lehmann ein rund 20 Hektar großes Gelände vor den Toren Berlins und gründen zusammen mit Albert Protzen die „Berliner Cement Bau AG“. Nachdem der Architekt Türrschmidt ein Straßenraster und die Parzellierung für das vormalige Brach- und Weideland entworfen hatte, nimmt zwischen 1872 und 1875 die „Colonie Victoriastadt“ in einem ersten Bauabschnitt Gestalt an.

Die Wohnunterkünfte für Arbeiter der nahen Industriestandorte Rummelsburg und Friedrichsfelde errichtet die Cement Bau AG in einem damals neuen Bauverfahren. Nicht konventionell mit Backsteinen werden die Arbeiterhäuser mit einem Gemisch aus Zement, Sand sowie Schlacken errichtet. Im Ergebnis entsteht daraus die erste in Beton errichtete Wohnsiedlung der Welt. Von 1872 bis 1875 werden zwischen 50 und 70 Häuser gebaut; heute sind noch sechs von ihnen erhalten. Sie befinden sich in der Türrschmidtstraße 17, der Nöldnerstraße 19 sowie der Spittastraße 25, 28 und 40. Der Bauträger stellte 1875 seine Tätigkeit ein und für Jahrzehnte vergaßen die Architekten den neuen Werkstoff, der in der Victoriastadt so erfolgreich eingesetzt worden war.

In der Spittastraße 40 wurde über einhundert Jahre eine Blattfedernschmiede betrieben, die unter dem Namen „alte schmiede“ heute eine Jugend- und Begegnungsstätte beherbergt.

Adresse

Kaskelstraße
10317 Berlin
Rummelsburg